Donnerstag, 31. März 2011

RAG I RYGGEN - Rag I Ryggen (Schweden, 1975)



Ein grandioses, jedoch leider total unbekanntes Album!!!

Rag i Ryggen aus Stockholm zelebrierten auf ihrem (leider) einzigen, selbstbetitelten Album einen furiosen Mix aus progressiv angehauchten Passagen und typischem 70er Hardrock skandinavischer Machart. Die souverän agierende Rhythmusfraktion bildet dabei ein verdammt solides Fundament, auf dem sich die überragenden Twin Guitars wunderbar austoben können, und der Mann an den Tasten (Hammond, Moog, Mellotron) sich bis zur Ekstase verausgaben darf. Hinzu kommen noch ein markanter Sänger und ein ausgeprägtes Gespür für packende Melodien und abwechslungsreiche Arrangements. So ist z.B. ´Spangaforsens Brus´ ein wundervolles Folk Rock Instrumental, welches sein simples, jedoch recht eingängiges Hauptthema in verschiedenen Variationen darbietet und sich so im Grosshirn festsetzt. 

Das Rockadrome Label hat das Album vor ein paar Jahren nochmal als CD (plus drei Bonustracks) auf den Markt geworfen, preislich bewegt man sich dabei um die 12 bis 15 Euro. Ein Rerelease auf Vinyl soll 2011 erscheinen, wer jedoch richtig viel Geld ausgeben will, hält nach der raren Originalversion Ausschau.

Samstag, 26. März 2011

ICE AGE - The Great Divide (USA, 1999)


ICE AGE haben vor einer Dekade zwei hammergeile Prog-Scheiben veröffentlicht und keiner hat´s gemerkt. Was die Band auf diesen beiden Alben abliefert, sollte jeden Freund anspruchsvoller Prog-Musik ein Dauerlächeln ins Gesicht zaubern. Wer DREAM THEATER, ENCHANT und STYX zu seinen Favoriten zählt, ist hier definitiv richtig.

Das Kombinieren von Melodien, Technik und Heaviness geht ICE AGE locker-souverän von der Hand, und es ist schon erstaunlich, wie straight in your face das Material einen förmlich anspringt ohne dabei an Filigranität zu verlieren. Der Gesang kommt angenehm maskulin daher, verzichtet komplett auf die total hohen Töne, und klingt wie ein Mix aus Damien Wilson und Metal Loaf. Kurzum: Da sind definitiv Könner am Werk die der Musik wegen musizieren und den Hörer mit ihren Fähigkeiten begeistern wollen, ganz egal ob mit kurzen Prog-Rockern wie ´Sleepwalker´, vertrackten Instrumentals der Marke ´Space Chicken Parts´ (RUSH lassen hier grüßen), oder den unvermeindlichen Longracks wie z.B. ´Perpetual Child´, dem grandiosen Opener des Debüts.

SALEM SPADE - Witch Hunt (USA, 2008)


Ohne jetzt zu übertreiben: Die Musik von SALEM SPADE zählt so ziemlich zum Besten, was ich jemals aus der Ecke des technischen US Metals gehört habe. Die Jungs aus Colorado zockten auf ihren drei Demos (1988/1989) eine geile Mischung aus amerikanischem Power Metal a la JAG PANZER und nicht allzu kompliziertem Prog Metal, wie ihn OBLIVION KNIGHT oder FATES WARNING in den 80ern zelebrierten.

Mit Gitarrist Pat Stiernquist (Bruder von JAG PANZER Drummer Riekard Stiernquist, der übrigens SALEM SPADE mitgründete bevor er zum Jagdpanzer wechselte), Sirenen-Sänger John Secrest und Schlagzeuger Scott Davis (geniales Power Drumming mit viel Fills & Rolls - der nackte Wahnsinn, was der Junge besonders auf dem "Witch Hunt" Demo abliefert!!) hatte die Formation drei wirklich herausragende Könner am Start, die jeder Fan des Genres gehört haben sollte.

2008 kam eine Compilation auf den Markt, die alle drei Demos der Band enthält.

Donnerstag, 24. März 2011

KALEVALA - People No Names (Finnland, 1972)

                                              
Sehr komplex geht es auf dem Erstling der Finnen KALEVALA zu. Zwar stehen Gitarre, Bass und Schlagzeug im Zentrum des virtuosen Geschehens, jedoch versteht es die Band gekonnt hier und da ein paar Tasteninstrumente, Bläser & Jazz-Elemente einzubauen, und somit die Kompositionen etwas aufzulockern. Doch wie gesagt, der Großteil des Materials ist bluesiger, erdiger Rock/Prog der Frühsiebziger mit treibenden Drums, kräftigem Bass und dreckigen Gitarren. Nur ab und an, meist in den kürzeren Tracks, schweift die Band in Richtung Folk und puren Blues ab - und macht dabei ebenso eine richtig gute Figur. Sehr stark finde ich übrigens auch den leicht schrulligen, jedoch stets kräftig tönenden Gesang, der mal aggressiv beschwörend, mal unheilvoll flüsternd daherkommt.

Absolutes Highlight des Albums ist meiner Meinung nach der abgefahrene, die Scheibe eröffnende Titeltrack, welcher den Hörer auf eine neunminütige Reise quer durch die eigenbrötlerischen Gehirnwindungen KALEVALAs führt.